P&G Deutschland | Österreich | Schweiz | Suisse

Plastik-Recycling – Digitale Wasserzeichen auf Verpackungen können Sortierergebnis verbessern

Montag, Juni 24, 2019 5:43 pm CEST

Category:

By:

Björn Sievers, Procter & Gamble

Plastik ist als Verpackungsmaterial in Verruf geraten. Dabei ist Kunststoff ein flexibles und vor allem leichtes Material, das sehr gut recycelt werden kann – vorausgesetzt, die Verpackungen werden gesammelt, anschließend sortiert und der Verwertung zugeführt. Mit dem Projekt HolyGrail haben sich namhafte Unternehmen aus den Konsumgüter- und Recycling-Branchen in den vergangenen drei Jahren genau darum bemüht: eine bessere Grundlage insbesondere für die Sortierung von Plastik-Verpackungen zu schaffen.

Das Ziel des  Projekts HolyGrail ist, bessere Voraussetzungen für eine Kreislaufwirtschaft im Verpackungsbereich zu entwickeln. Wenn aus alten Verpackungen wieder neue werden, schont das wertvolle Ressourcen und trägt zum Klimaschutz bei. Hersteller brauchen dafür Rezyklat, also aufbereitetes Altplastik in hoher Qualität – und das in großer Menge.

„Die niedrige Recyclingquoten in der EU hängen hauptsächlich mit zu geringen Sammlungsquoten und einer schlechten Sortiereffizienz zusammen“, sagt Gian De Belder, Verpackungsentwickler bei P&G und Projektleiter von HolyGrail. Die 29 Partner des Projekts, neben P&G u.a. auch Terracycle, Closed Loop Fund und andere namhafte Hersteller haben deshalb unterschiedliche Technologien untersucht. Durchgesetzt haben sich digitale Wasserzeichen für Verpackungen. Dabei handelt es sich um für das menschliche Auge unsichtbare Codes, die Scanner lesen und so die jeweilige Verpackung zuordnen können, etwa aus welchem Material die Verpackung ist und ob Lebensmittel, Kosmetik oder ein Wasch- oder Reinigungsmittel darin verpackt war.

Im Video zeigt Projektleiter Gian De Belder, wie das System funktioniert (Englisch): https://vimeo.com/332020546/39583c93e0

Im Verlauf des Projekts wurden erhebliche Fortschritte im Bereich der digitalen Wasserzeichentechnologie erzielt. Die unsichtbaren Codes wurden auf unterschiedlichste Materialien gedruckt, z.B. Etiketten, Hüllen, Folien und Beutel. Erfolgreich experimentiert haben die Partner außerdem mit verschiedenen Formen wie PET- und HDPE-Flaschen, Schalen und Kisten. Soll die Technologie ein Erfolg werden, müssen schließlich möglichst viele Verpackungen ein digitales Wasserzeichen tragen.

Durch die digitalen Wasserzeichen wird die Verpackung intelligent. Die hinterlegten Informationen können über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg genutzt werden: in der Produktion, bei der Qualitätssicherung, entlang der kompletten Lieferkette, also auch an der Kasse im Supermarkt, bis zur Entsorgung.

Die Ergebnisse von Holy Grail haben die Projektpartner jetzt auf einer Informationsveranstaltung bei dem Hersteller von Leergutannahme-Automaten Tomra in Mülheim-Kärlich bei Koblenz vorgestellt. Im nächsten Schritt soll die neue Technologie auf einer Produktions-Linie im Industriemaßstab getestet werden. Die Partner präsentieren HolyGrail außerdem auf zahlreichen Veranstaltungen: auf der Plastic Recycling Technology am 18. und 19. Juni in Düsseldorf, auf der FachPack im September in Nürnberg und auf der K-Show im Oktober in Düsseldorf. Für Oktober ist auch eine Vorführung  bei Tomra geplant.

Weitere Informationen:

Pioneering sorting technology: HolyGrail project moves towards a circular economy (Englisch): https://packagingeurope.com/pioneering-sorting-technology-holygrail-project-moves-toward/

Holy Grail Projekt gewinnt bei den Packaging Europe Sustainability Awards 2019: https://packagingeurope.com/api/amp/holygrail-project-wins-top-prize-at-sustainability-awards-20/