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Mehr Frauen in Kreativ- und Führungspositionen

P&G beim Cannes Lions Festival
Mittwoch, Juni 27, 2018 10:01 am CEST

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Björn Sievers, Procter & Gamble

Procter & Gamble hat beim Werbefestival Cannes Lions doppelt abgeräumt: Zwei Kampagnen wurden von der Jury ausgezeichnet. Wichtiger war jedoch etwas anderes: die äußerst positive Resonanz auf unseren weiter verstärkten Einsatz für die Gleichstellung von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft.

P&G Brand Building Officer Marc Pritchard war in Cannes sehr deutlich: "100 Prozent aller Werbung sollte in Zukunft Geschlechtergleichheit zeigen.“ Das könne nur funktionieren, wenn das Verhältnis von Frauen und Männern in der kreativen Supply Chaine 50 zu 50 ist. Pritchard machte auch klar, dass Geschlechtergleichheit für P&G nicht optional ist. Was für die Besetzung interner Stellen gilt, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern, ist auch für Agenturen verpflichtend. Nur wer mit Teams antritt, die die Vielfalt unserer Gesellschaften widerspiegeln, wird künftig mit P&G arbeiten können.

Die Reaktionen waren eindeutig. Das deutsche Fachmagzin „Horizon“ etwas erkennt an, dass P&G es ernst meint mit seinem Ansatz: „Für seine Mitarbeiter im Marketing weltweit und die aller Dienstleister, die an der Werbung von Procter & Gamble arbeiten, brechen damit unbequeme Zeiten an.“ Schließlich wolle Pritchard, dass binnen Jahresfrist Geschlechtergleichheit hergestellt sei. Das amerikanische Magazin „Fortune“ schrieb: „Das Versprechen von P & G wird wahrscheinlich eine Verschiebung in der Branche erzwingen.“

P&G arbeitet an 50:50

Dabei gibt Pritchard zu, dass auch P&G noch ein Stück des Weges vor sich hat. Eine interne Analyse hat ergeben, dass im Marketing zwar 58 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt sind. Bei den Führungspositionen sieht es jedoch anders aus: Nur 43 Prozent der Marketingdirektoren sind Frauen. Pritchard ist entschlossen, den Frauenanteil auch für die Führungspositionen auf mindestens 50 Prozent zu heben.

Die Maßstäbe, die P&G an sich selbst anlegt, gelten gleichzeitig für Agenturen. Die haben nach Pritchards Analyse noch einen weiteren Weg vor sich. Nur rund ein Drittel der Kreativdirektoren bei den Dienstleistern sei weiblich. Noch schlechter schneiden Filmproduktionen an, bei denen der Frauenanteil gerade einmal elf Prozent betrage.

Vielfalt für mehr Erfolg

Für Procter & Gamble geht es beim Thema Geschlechtergleichheit nicht allein um Gerechtigkeit. Pitchard ist überzeugt davon, dass Vielfalt entscheidend für den Erfolg ist. „Die Tage des Massenpublikums und des traditionellen Massenmarketings sind vorbei und das ist gut so“, sagte der Brand Building Officer. „Die Menschen wollen sich selbst sehen, und sie wollen Marken, die einen Standpunkt vertreten.“ Dazu gehöre auch, dass das Marketing die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegle.

Goldene Löwen für P&G

Dass Procter & Gamble erfolgreich ist, zeigen die Auszeichnungen beim Cannes Lions Festival, 26 insgesamt, unter anderem zwei Filme – ein Fernsehspot für das Waschmittel Tide und der Kurzfilm „The Talk“, der zum Gespräch über Vielfalt anregt. Der Tide-Spot erhielt sogar einen Titanium Lion, mit dem die Jury anerkannte, dass der Spot die Kreativindustrie vorangebracht hat.